Ein schrittweiser und geordneter Ausstieg aus der Kohleverstromung ist möglich und angesichts des Klimawandels dringend notwendig. Das teilte der LEE NRW heute in Düsseldorf mit. Gerade das von Kohle geprägte Energieland Nordrhein-Westfalen müsse sich der Realität stellen und seine Wirtschafts- und Innovationskraft mit der Energiewende sichern.

„Der Beginn des Kohleausstiegs muss zwingend von der neuen Bundesregierung beschlossen werden. Auch wenn manche anderes behaupten, ist dieser Einstieg in den Ausstieg ohne Probleme für die Versorgungssicherheit möglich. Gleichzeitig dürfen wir uns beim Klimaschutz nicht blamieren. In Bonn tagt gerade die UN-Klimakonferenz und die Welt schaut auf unsere Energiewende. Die Chancen darin sind enorm: Wertschöpfung im Land, Unabhängigkeit in der Stromversorgung, Exportchancen in alle Welt und Teilhabe der Gesellschaft am Energiesystem. Wer hier zaudert, steht morgen im Abseits. Wenn wir Vorreiter bleiben wollen, müssen wir jetzt anpacken: Einen geordneten Kohleausstieg organisieren und mit voller Kraft in die Energiewende investieren“, mahnte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW.

Der LEE NRW unterstützt damit auch die Forderung für mehr Klimaschutz, die diese Woche von einem breiten Bündnis aus über 50 Konzernen und Verbänden hervorgebracht wurde. Der Appell, den auch DAX-Größen unterzeichnet haben, richtet sich an die nächste Bundesregierung. Das Bündnis fordert ein stärkeres Engagement für den Klimaschutz, den Ausbau Erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Der Kohleausstieg ist auf technischer und ökonomischer Ebene machbar und hat hohen Rückhalt in der Gesellschaft. Studien haben ergeben, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist, auch wenn alte Kohlemeiler abgeschaltet werden (z.B. Wuppertal Institut, ifeu, Öko-Institut, Fraunhofer ISI, IREES, IFOK, Agora). Kurzfristig werden Überkapazitäten, aus denen für Deutschland jährlich hohe Mengen an Stromexporten und zusätzlichen Emissionen resultieren, abgebaut. So hat Deutschland allein im letzten Jahr einen Stromexportüberschuss von 54 Terawattstunden erzielt – eine Menge, die der jährlichen Stromproduktion von 20 durchschnittlichen Kohlekraftwerken entspricht. Mittel- und langfristig müssen die abgebauten Kraftwerkskapazitäten vor dem Hintergrund der selbstgesteckten deutschen Klimaziele und den Verpflichtungen im Weltklimavertrag von Paris durch einen starken Zubau von Erneuerbaren Energien, Lastmanagement, Speicher und klimafreundlichere Gaskraftwerke sowie KWK-Anlagen getragen werden.