Fast zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen wünschen sich einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge von der künftigen Landesregierung einen eher stärkeren (35 Prozent) oder sogar deutlich stärkeren Einsatz (28 Prozent) für den Ausbau Erneuerbarer Energien im Land als bisher.
Für rund ein Viertel der Befragten (24 Prozent) sollte der Einsatz mindestens auf dem gleichen Niveau verbleiben wie in der ablaufenden Legislaturperiode. Dazu passt auch die Einschätzung der Befragten zu möglichen Vor- oder Nachteilen der Energiewende für den Standort Nordrhein-Westfalen: 64 Prozent sehen hier „klar“ oder „eher“ die Vorteile der Energiewende für das Bundesland. Das zeigt, dass für die deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die positiven Argumente der Energiewende überwiegen: wie beispielsweise ihr wesentlicher Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, eine sinkende Importabhängigkeit, eine erhöhte Wertschöpfung vor Ort und die Schaffung neuer, zukunftsfester Jobs. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen, NRW-weiten Umfrage des Instituts Emnid im Auftrag des LEE NRW zu den Themen Energiewende, Klimaschutz und Erneuerbare Energien.

„Das Umfrageergebnis ist ein deutlicher Beleg dafür, dass die Energiewende weiterhin vom Großteil der Bürgerinnen und Bürger hochgradig akzeptiert und nachdrücklich gewollt ist. Zugleich ist es eine Mahnung an jene politischen Vertreter und Parteien, die die Energiewende ausbremsen oder gar zurückdrehen wollen“, kommentierte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW, die Ergebnisse der Umfrage.

Neben der breiten Unterstützung für die Energiewende, zeige die Umfrage aber auch, dass dem Thema aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger im aktuellen Wahlkampf zu wenig Beachtung geschenkt werde. 34 Prozent der Befragten sehen die Themen Energiewende und Klimaschutz als „eher zu schwach“, elf Prozent sogar als „viel zu schwach“ berücksichtigt. Damit sind diese Themen für fast jeden Zweiten in den öffentlichen Wahlkampfdebatten unterrepräsentiert – trotz ihrer hohen Bedeutung. Nur eine kleine Minderheit von sieben Prozent sieht die Themen in der Debatte zu stark, 34 Prozent angemessen berücksichtigt.

„Ein Großteil der Befragten sieht die Themen Energiewende und Klimaschutz im Wahlkampf offensichtlich nicht angemessen gewürdigt. Da es bei dem Aufbau einer umweltverträglichen Energieversorgung jedoch um wichtige Fragen der künftigen Entwicklung Nordrhein-Westfalens geht, gerade auch für die Entstehung neuer zukunftsfähiger Arbeitsplätze, sollten sich die Wählerinnen und Wähler ein klares Bild von den Positionen der einzelnen Parteien machen können. In diesem Sinne halten wir es für wichtig, dass die Parteien im Endspurt des Wahlkampfes noch einmal ein besonderes Augenmerk auf die Darstellung ihrer jeweiligen Pläne für die weitere Gestaltung der Energiewende in NRW legen“, so Dobertin weiter.

Zugleich empfiehlt der LEE NRW allen interessierten Wählerinnen und Wählern, noch einmal selbst die Programme der einzelnen Parteien zu studieren und die jeweiligen energiepolitischen Ausrichtungen miteinander zu vergleichen. Dabei würden durchaus deutliche Unterschiede erkennbar. Eine erste Zusammenfassung der Energiekapitel aus den jeweiligen Parteiprogrammen bietet der Verband unter http://www.lee-nrw.de/wir-machen-energiewende/ an.

Die Ergebnisse als PDF-Download

Hintergrund zur Umfrage
Das Institut Kantar Emnid hat im Auftrag des LEE NRW in der Zeit zwischen dem 13. April und dem 2. Mai 2017 insgesamt 1002 repräsentativ ausgewählte Einwohner aus NRW nach ihrer Haltung zu Energiewende und Klimaschutz befragt. Dabei wurden folgende drei Fragen gestellt:

  • Wie sollte sich die zukünftige Landesregierung in Nordrhein-Westfalen für den Ausbau Erneuerbarer Energien in NRW einsetzen?
  • Überwiegen aus Ihrer Sicht für NRW die Vorteile oder die Nachteile der Energiewende?
  • Werden die Themen Energiewende und Klimaschutz aus Ihrer Sicht angemessen im aktuellen NRW-Landtagswahlkampf berücksichtigt?