Der LEE NRW fordert, die Neuinstallation klimaschädlicher Öl- und Gasheizungen grundsätzlich zu verbieten. Stattdessen müsse auf regenerative Wärmetechnologien sowie effiziente Lösungen mit Kraft-Wärme-Kopplung oder Nah- und Fernwärme gesetzt werden. Als besonders skandalös bezeichnete der LEE NRW die staatlichen Investitionszuschüsse in Höhe von 41 Millionen Euro, die die KfW-Bank im letzten Jahr bis Herbst 2015 für neue Öl- und Gasheizungen gezahlt hat. „Die Bundesregierung fördert mit den KfW-Subventionen gezielt klimaschädliche Heiztechnologien und untergräbt damit offen ihre eigenen klimapolitischen Zielsetzungen. Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, muss der Einbau rein fossil betriebener Heizungen, die dann über die nächsten zwei bis drei Dekaden in unseren Häusern stehen, endlich der Vergangenheit angehören“, sagte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW. In diesem Zusammenhang begrüßte der LEE NRW die kürzlich vorgestellte „Heating & Cooling-Strategie“ der EU-Kommission, die einen Förderstopp von Öl- und Gasheizungen fordert.

In ihrer „Energieeffizienzstrategie Gebäude“ setzt sich die Bundesregierung das Ziel, bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Da der Sanierungszyklus von Heizsystemen jedoch 30 Jahre und mehr betragen kann, ist dies nur möglich, wenn heute keine rein fossil betriebenen Heizungen mehr eingebaut werden. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind Heizungen in Deutschland im Schnitt fast 18 Jahre alt, 36 Prozent sind älter als 20 Jahre.

Momentan führt neben finanziellen Fehlanreizen durch staatliche Förderprogramme auch der niedrige Öl-Preis dazu, dass klimaschädliche Ölheizungen einen verstärkten Absatz erfahren. So lag dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zufolge der Absatz an Ölheizungen in Deutschland zwischen Januar und August 2015 um fast ein Drittel höher als im Vorjahreszeitraum.

Der LEE NRW fordert daher einen sofortigen Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme auf Basis Erneuerbarer Energien, wie Holzpellets, Erdwärme, mit Grünstrom betriebene Wärmepumpen, Solarthermie sowie zumindest die Nutzung hocheffizienter fossiler Systeme in Kraft-Wärme-Kopplung oder Nah- und Fernwärmelösungen. Dabei könnte gerade die aktuelle Tiefpreisphase des Öls genutzt werden, um durch einen sehr kleinen CO2-Aufschlag auf den Ölpreis diese Systeme gezielt zu fördern und um weitere Fehlanreize durch das billige Öl zu vermeiden.

Der Umstieg ist laut LEE NRW umso wichtiger, da nach Angaben der Bundesregierung rund 40 Prozent der gesamten Energie in Deutschland im Gebäudebereich verbraucht werden. Der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmesektor kommt bundesweit jedoch seit Jahren nur schleppend voran und liegt derzeit bei etwa 14 Prozent, während fossile Energien immer noch mehr als 85 Prozent des Sektors abdecken. „Nur wenn die Energiewende  auch im Wärmebereich ankommt, kann Deutschland seine Klimaziele erfüllen“, so Dobertin.