Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten des renommierten Instituts für technische Gebäudeausrüstung (iTG Dresden) widerlegt CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen. Demnach machen Standards für Energieeffizienz nur einen geringen Teil der Kostensteigerungen im Wohnungsbau aus. Die Regierungsfraktionen in NRW bereiten derzeit eine Bundesratsinitiative vor, um die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) aufgrund vermeintlich hoher Kosten für drei Jahre auszusetzen. Im Düsseldorfer Landtag findet dazu heute eine Anhörung statt.

Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), kritisiert den Vorstoß aus NRW: „Energieeffizienz als Kostentreiber ist Unfug. Die Baukosten steigen, weil die Zinsen so niedrig sind, der Baumarkt boomt und Baufirmen und Handwerk mehr als ausgelastet sind. Trotzdem will das CDU-regierte NRW eine Bundesratsinitiative auf den Weg bringen, um den Klimaschutz in Gebäuden zurückzudrehen. Und das, obwohl Union und SPD sich in Berlin darauf verständigt haben, die geltenden Standards beizubehalten. Das passt nicht zusammen. Unsere Klimaziele erfordern deutlich größere Anstrengungen im Gebäudebereich und keine Senkung der Standards. Wir erwarten daher von unserer Landesregierung eine vorausschauende Energiewendepolitik und keine Rückschritte im Klimaschutz.“

Erhebungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz in München sehen, gemessen an den Gesamtbaukosten insgesamt, nur eine dreiprozentige Mehrbelastung durch verschärfte Effizienzstandards in den letzten 16 Jahren.

Das Gutachten als Download (PDF)