positionspapier_ltw2017_webDer LEE NRW hat heute (22.11.2016) seine Kernpunkte zur NRW-Landtagswahl 2017 vorgestellt. Der Verband hat zwölf wegweisende Schritte für eine zukunftsgerichtete Energiepolitik formuliert, die in der kommenden Legislaturperiode umgesetzt werden sollten: „Die Erneuerbaren Energien haben in NRW schon viel geschafft und geschaffen: neue Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und eine starke Zulieferindustrie, um nur drei wichtige Punkte zu nennen. Die künftige Landesregierung muss die Energiewende im Land mit ehrgeizigen Maßnahmen weiter vorantreiben, wenn NRW Energieland Nr. 1 bleiben will:  Die ambitionierte Fortschreibung der Ausbauziele für Erneuerbare Energien, die Förderung einer intelligenten Verknüpfung der Bereiche Strom, Wärme und Mobilität sowie die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Energieversorgung von morgen sind dabei wesentliche Schritte!“, sagte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW.

Laut LEE NRW muss der Anteil Erneuerbarer Energien an der nordrhein-westfälischen Stromversorgung von heute gut 12,5 Prozent bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen. Die Branche erwartet, dass die zukünftige Landesregierung die für diesen Ausbau nötigen planungs- und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen präzisiert und weiterentwickelt. Zugleich sei auch ein deutlich stärkeres Engagement bei der Wärme- und Verkehrswende nötig. Aktive Beteiligungsmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern als „Prosumer“, in Mieterstromprojekten oder Bürgerenergieanlagen sollten zudem gestärkt werden.

Über die Landesebene hinaus hält der LEE NRW einen starken Einsatz der Landesregierung für Änderungen auf Bundesebene für erforderlich. Dazu gehöre die Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sowie die längst überfällige Gestaltung eines umweltgerechteren Steuer- und Abgabensystems. „Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann die Energiewende in Deutschland und in NRW ein voller Erfolg werden. Damit kann das Land den Strukturwandel erfolgreich meistern, zehntausende Jobs in Industrie und Hochtechnologie schaffen und sich Exportchancen in der Welt sichern“, so Dobertin weiter.

Über 50.000 nordrhein-westfälische Beschäftigte arbeiten bereits im Bereich der Erneuerbaren Energien – deutlich mehr Menschen, als in der Kohleindustrie. In Nordrhein-Westfalen decken fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas aber noch immer mehr als 85 Prozent der Stromversorgung und über 90 Prozent der Wärmeversorgung ab. Damit wird der weitere Handlungsbedarf beim Ausbau der Erneuerbaren Energien in NRW mehr als deutlich. Zumal es nach der Ratifizierung des Weltklimavertrages von Paris und im Sinne einer ganzheitlichen Energiewende künftig auch eines verstärkten Einsatzes von klimafreundlichem Ökostrom im Wärme- und Mobilitätsbereich bedarf.

Positiv anzumerken ist der dritte Platz den Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich der absolut erzeugten Grünstrommenge belegt. Mit dem in NRW produzierten Strom aus Erneuerbaren Energien könnte das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt zu 100 Prozent regenerativ versorgt werden. Jeder zusätzliche Prozentpunkt Zuwachs bei den Erneuerbaren in NRW entspricht dem Stromverbrauch der Stadt Münster. Damit leistet Nordrhein-Westfalen zwar einen Beitrag zur Energiewende, der aber vor dem Hintergrund der dargestellten Herausforderungen keinen Grund darstellt, sich auf dem aktuellen Stand auszuruhen.

Der LEE NRW beantwortet mit seinem Papier umfassend, vor welche Herausforderungen die Energiewende Nordrhein-Westfalen stellt, welche Chancen sich daraus aber auch ergeben und wie das Land seine Potenziale bestmöglich ausschöpfen kann.

Das 12-Punkte-Papier finden Sie hier zum Download.