Die Stromkosten steigen und es ist kein Ende in Sicht, doch mit grüner Energie vom Dach kann bei den Stromkosten erheblich gespart werden. In den letzten 20 Jahren haben sich verschiedene PV-Betreibermodelle entwickelt, darunter im Bereich der Wohnungswirtschaft das Mieterstrommodell und das Betreiben einer Photovoltaik-Anlage für den Allgemein- bzw. Heizstrom. Eine Alternative sind wohnungsbezogene Anlagen. Die Modelle richten sich an Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften.

Stromkosten sparen und das Potenzial der Sonne nutzen

Eine Solarpflicht gibt es in NRW nicht, dennoch lohnt es sich langfristig auf Solarenergie zu setzen, denn die Strompreise steigen jährlich. Durch die Möglichkeit, den auf dem Hausdach erzeugten Strom selbst zu nutzen, kann jeder einzelne Mieter seine Energiekosten erheblich senken.

Bundesweit werden aktuell gerade einmal 2,5 Prozent des Potenzials für die Erzeugung von Solarenergie genutzt. Dabei scheint hier die Sonne gebietsweise über 1.000 Stunden im Jahr. Dieses Potenzial gilt es clever zu nutzen und dazu können wir alle einen Beitrag leisten.

Grundsätzlich kann man aus verschieden Arten der Photovoltaik in Form von unterschiedlichen Betreibereigenschaften wählen. Sie werden maßgeblich aus der Regulatorik des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geregelt. Anbei ein Überblick der gängigen Modelle für die Wohnungswirtschaft.

Die Mieterstrommodelle

Mieterstrom-Modelle sind Vermarktungsmodelle für Strom, der vor Ort mit einer Solaranlage, einem Blockheizkraftwerk, Stromspeicher oder einer ähnlichen Stromerzeugungsanlage erzeugt wird. Der Strom wird direkt an die Mieter geliefert und im Gebäude verbraucht. Modelle dieser Art gibt es viele und sie werden seit Jahren praktiziert.

Der Anlagenbetreiber ist im Mieterstrommodell zugleich Stromlieferant. Für den gelieferten Strom erhält er von den versorgten Verbrauchern Strompreiszahlungen. Der Strom setzt sich dabei aus dem Mieterstrom der Solaranlage und Zusatzstrom aus dem Netz der allgemeinen Versorgung zusammen. Eine Sonderform ist der nach §23b Abs. 2 EEG geförderte Mieterstrom. Der Anlagenbetreiber erhält in Form einer direkten Förderung, einen Zuschlag für den Strom, den er in seiner Solaranlage erzeugt und unter bestimmten Voraussetzungen an die Verbraucher vor Ort liefert. Die Voraussetzungen beinhaltet unter anderem Vorgaben für die Größe der Solaranlage, das Vertragskopplungsverbot mit dem Mietvertrag, den Strompreisdeckel, das Ausschließen mehrerer Vertragspartner sowie besondere rechtliche Grundlagen.

Darüber hinaus teilt sich der Mieterstrom in verschiedene Konzepte auf. Eines davon ist das sogenannte Summenzähler-Messekonzept mit virtuellen Zählpunkten oder Smart Meter. Der Eigenverbrauch der PV-Anlage wird auf die teilnehmenden Mieter aufgeteilt. Der Überschuss des erzeugten Stroms wird eingespeist und nach EEG vergütet. Der Restbedarf an Strom, der nicht aus der Generierung der PV-Anlage gedeckt werden kann, wird aus dem Stromnetz über einen regulären Stromliefervertrag abgerechnet. Auf die Lieferung aus dem Stromnetz müssen alle Abgaben eines Standard-Stromtarifs bezahlt werden. Auf die Direktlieferung aus der PV-Anlage nur die volle EEG-Umlage.

Das sogenannte Contracting-Modell stellt ein weiteres Mieterstrommodell dar. Der Vermieter stellt dabei einem Mieterstromanbieter seine Dachfläche zur Verfügung. Er kann so mit geringem Kostenaufwand, teilweise sogar mit zusätzlichen Einnahmen durch eine Dachpacht, sein Gebäude mit PV-Anlagen ausstatten lassen. Mit dem Lieferkettenmodell aus dem EEG 2021 kann der Vermieter sogar investieren und den energiewirtschaftlichen Teil einem Mieterstrom-Dienstleister abgeben. Hierbei sollten besonders regulatorische und steuerrechtliche Auswirkungen nicht vernachlässigt werden. Der Mieter kann davon profitieren, in dem der Mieterstromanbieter ihm einen günstigen Ökostromtarif anbietet. Dieser Tarif sollte dabei rund 10% unter dem Grundversorgungstarif liegen.

Grundsätzlich ist Mieterstrom jedoch mit einigen Hürden verbunden. Die Investition einer PV-Anlage inklusive Bereitstellung der energiewirtschaftlichen Prozesse muss durch geringe Einspeisevergütungen und einen leicht zu kündigenden Stromtarif amortisiert werden. Eine der größeren Herausforderungen ist es, einen passenden Tarif zur Strombeschaffung des Reststroms, der nicht aus der PV-Anlage generiert werden kann, zu finden und die Energiekosten sauber und fair abzurechnen. Ebenso sollte man regulatorische und steuerrechtliche Nachteile, wie beispielsweise den Verlust des Gewerbssteuerprivilegs nicht vernachlässigen. Darüber hinaus rechnet sich das Konzept für den Anbieter und Drittdienstleister nur, wenn die Fläche des Daches eine bestimmte Größe erreicht. Zudem sollte die Anzahl der Mietparteien im Haus bei über 12 und die Teilnehmerquote der Verbraucher - meist Mieter - bei mehr als 50%, im besten Fall 80% liegen. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Belieferung aus der Mieterstromanlage dem Betreiber finanziell meist größerer Vorteile bringt als dem Mieter selbst. Der Mieter bezahlt weiterhin seinen regulären Stromtarif. Das Zusammenspiel von Stromerzeugung und -verbrauch hat dabei keine finanzielle Auswirkung auf seine Stromrechnung. Hinzu kommt, dass ein Mieterstromtarif nicht immer günstiger ist. Anders sieht es bei der modularen Lösung wohnungsbezogener Anlagen aus.

Wohnungsbezogene Anlagen als digitale Alternativlösung

Neben dem beschriebenen Mieterstrommodell gibt es seit einigen Jahren eine alternative Lösung - Das Konzept der wohnungsbezogenen Anlagen. Die Solarmodule werden dabei auf Wohnungsgebäuden installiert, die von kleinen Gebäuden mit weniger als 10 Parteien bis zu großen Gebäuden mit mehr als 30 Parteien pro Hausanschluss reichen und dezentral auf die einzelnen Wohnungsparteien aufgeteilt werden können. Jeder Mietende hat die Möglichkeit vom grünen Solarstrom direkt vom eigenen Dach zu profitieren und seine Netzstromkosten zu minimieren, denn hier bleibt der Mieter auch der Verbraucher des Stroms.

Das Solarunternehmen AUXOLAR hat dieses Modell mit seiner eigens entwickelten digitalen IoT-Plattform solargenius® gekoppelt. Mieter können die Plattform und das daran angebundene Portal nutzen, um sich einen umfassenden Überblick über ihren Stromverbrauch und die Erzeugung der eigenen Solaranlage zu verschaffen und selbst direkten Einfluss auf ihr Verbrauchsverhalten zu nehmen.

Darüber hinaus profitieren die Vermieter von diesem Modell. Sie können ihre Immobilie aufwerten, den CO2-Abdruck senken und Mieter durch den Zugang zu CO2 -armen Wohnen sozialverträglich in die Energiewende mit einbeziehen. Die Kosten für die Anlage können vom Vermieter auf die Kaltmiete der Mieter umgelegt werden.

Dieses "Behind-the-meter-Konzept" ermöglicht so Mehrparteienhäuser unkompliziert mit Solaranlagen auszustatten und die Mieter einzubinden. Steuerliche Abgaben entfallen dabei. Durch die Stromkosteneinsparung der PV-Anlagen entsteht auch für die Mieter kein finanzieller Nachteil. Sie können direkt von der Modernisierungsmaßnahmen profitieren. Zusätzlich können sie ihren Energieverbrauch und die Energiekosten durch das solargenius®-Portal überwachen.

Die solargenius® Plattform soll Schritt für Schritt weiterentwickelt und erweitert werden, um Wärmepumpen, Batteriespeicher und Ladestationen zu integrieren sowie flexibel auf regulatorische Änderungen zu reagieren. Unter den Mietern ist ein Service geplant, der den P2P Handel mit Solarstrom ermöglicht.

Eine weitere Entwicklung ist, dass die Daten zusätzlich den Energieversorgern zur Verfügung gestellt werden sollen, damit sie durch die solargenius® -Plattform flexible Preise anbieten können. Nicht nur Energieversorgungsunternehmen sollen die Echtzeit Lastkurve des Mieters nutzen können, auch die Mieter bekommen einen Einblick ihrer energieintensiven Geräte, die sie wiederum als Energieeffizienzmaßnahme austauschen können.

Ansprechpartner

Daniel Budisky

AUXOLAR GmbH, Waldemarstr. 37A, 10999 Berlin
www.auxolar.com

+49 172 8720819
daniel.budisky@auxolar.com

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