Wie aus Biomasse erneuerbares Biogas erzeugt und gleichzeitig die Artenvielfalt bewahrt werden kann. #blühendesleben #Biogas2030

Energieerzeugung aus Wildpflanzenmischungen und blühende Energiepflanzen sind ein Thema, dass die Ziele des Artenschutzes und des Umweltschutzes ideal miteinander verknüpft. Mit einer Biogasanlage kann beides zusammen realisiert werden.

Denn Biogasanlagen haben den Vorteil, dass bestimmte Pflanzenbestände energetisch genutzt werden können, die in der Nahrungs- und Futtermittelproduktion sonst nicht verwertet werden. Außerdem benötigt die Biogas-Technik keine Reinkulturen, sodass auch Mischkulturen eingesetzt werden können.

Beispiele für Energiepflanzen zur Biogas-Verwertung

Eine häufig zur Biogas-Erzeugung eingesetzte blühende Energiepflanze ist die durchwachsene Silphie. Sie kommt ursprünglich aus Nordamerika und stammt aus der Familie der Korbblütler. Sie erreicht eine Pflanzenhöhe von drei Metern und produziert dadurch entsprechend viel Biomasse.

Die Menge ist später für den Biogasertrag entscheidend. Außerdem ist sie an trockene Standorte angepasst, da sie die Feuchtigkeit nicht nur über die Wurzeln, sondern auch über die becherartigen Blätter aufnehmen kann. Des Weiteren ist sie mindestens sieben Jahre nutzbar und trägt ihre Blüten von Juli bis Oktober. Vergleicht man das Potenzial der Durchwachsenen Silphie zur Biogasproduktion mit Mais, liegt die Silphie bis zu 25 Prozent unterhalb des Niveaus von Mais.

Neben Reinkulturen werden auch Wildpflanzenmischungen mit einer regional angepassten Mischung eingesetzt, damit keine Florenverfälschung eintreten kann. Diese Mischungen sind ein- oder mehrjährig erhältlich und wegen ihrer Heterogenität, wird Lebensraum für unterschiedlichste Tier- und Insektenarten geschaffen. Je nach Pflanzenart wird eine Pflanzenhöhe von bis zu zwei Metern erreicht. Beim Vergleich des Biogaspotenzial mit Mais liegt die Wildpflanzenmischungen bis zu 40% unterhalb des Niveaus von Mais.

Vorteile von Blühpflanzen

Durch Wildpflanzenmischungen und blühende Energiepflanzen wird Lebensraum und ein Nahrungsangebot für unsere heimischen Insekten und andere Tiere geschaffen. Das stärkt die Artenvielfalt. Durch die blühenden Pflanzen wird außerdem das Landschaftsbild aufgewertet und der Erholungswert der Region gesteigert.

Mehrjährige Pflanzen sorgen für eine ganzjährige Bodenbedeckung. So wird Bodenerosion vorgebeugt und die Nährstoffauswaschung vermindert. Auch die Humusbilanz des Bodens verbessert sich durch die mehrjährigen Blühpflanzen, die damit die allgemeine Bodenqualität insgesamt verbessern.

Neben dem ökologischen Mehrwert von mehrjährigen Pflanzen treten auch positive ökonomischen Aspekte für den Landwirt auf, da die Bodenbearbeitung und die wiederkehrende Aussaat ausbleiben. Ein negativer Aspekt ist, dass die alternativen Energiepflanzen in Konkurrenz zum Mais weniger Erträge sowohl in der Biomasse als auch später im Methanertrag haben. Dadurch können sich, trotz der vielen positiven ökologischen Aspekte, die blühenden Energiepflanzen und Wildpflanzenmischungen nur als Ergänzung zur konventionellen Praxis etablieren.

Ansprechpartnerin

Isabelle Grudda

Referentin für Erneuerbare Energien – Schwerpunkt Bioenergie

+49 211 93676063
isabelle.grudda@lee-nrw.de

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag