LEE-Vorsitzender Reiner Priggen eröffnet die Windenergietage NRW 2019

Dramatischer Einbruch des Ausbaus, Massenentlassungen und keine Besserung in Sicht: Um die Windenergie ist es derzeit nicht gut bestellt. Die Hoffnungsträgerin der Energiewende wird abseits von politischen Sonntagsreden ausgebremst. Bundes- und Landesregierung erschweren den Ausbau im falschen Glauben, damit Akzeptanz zu schaffen. Die Konsequenzen daraus schlagen mit voller Wucht zu: Bis Ende September sind in NRW Windräder mit einer Leistung von nur 72 Megawatt (MW) ans Netz gegangen. 2018 waren es 325 MW, 2017 700 MW. Der niedrigste Ausbau seit 20 Jahren bringt Unternehmen in Not und hat bereits tausende Arbeitsplätze gekostet.

Reiner Priggen (Dipl.-Ing.), Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), hält die aktuelle Energiepolitik für verantwortungslos: „Statt die Bevölkerung mitzunehmen und die Energiewende endlich als das zu begreifen, was sie ist, eine riesen Chance für Ökologie und Ökonomie, wird leichtfertig mit Arbeitsplätzen umgegangen
und einigen Wenigen nach dem Mund geredet. Dabei waren Millionen auf den Straßen in diesem Jahr und haben für mehr Klimaschutz demonstriert. Dafür brauchen wir die Windenergie. Und wir brauchen politisch Verantwortliche, die die Menschen dafür begeistern. Wer ständig pathetisch von Klimaschutz redet, dann aber die Windenergie kaputt macht, macht sich politisch unglaubwürdig.“

Seit acht Jahren trifft sich die Branche bei den Windenergietagen NRW in Bad Driburg, veranstaltet vom LEE NRW. 2019 drehen sich die Gespräche und Diskussionen vor allem darum, wie man wieder mehr Begeisterung für die Energiewende entfachen kann. Ganz oben auf der Agenda steht die Akzeptanzfrage, so Klaus Schulze Langenhorst, Projektierer aus NRW und Priggens Stellvertreter: „Wir arbeiten in der Branche intensiv an Lösungen für mehr Akzeptanz: mehr Bürgerenergie, Beteiligung der Kommunen, technischen Lösungen gegen Geräusche und Blinken – um nur einige Stichworte zu nennen. Aber die Regierenden müssen sich endlich mal entscheiden: Energiewende, ja oder nein? Dieses hin und her ist wirtschaftsfeindlich und verunsichert die Menschen. So kann man keine Energiepolitik machen.“

Mit Sorge blickt die Branche momentan nach Berlin. Die Regierung will Pauschalabstände zu Windrädern durchsetzen, obwohl es gesetzliche Abstände längst gibt – je nach Einzelfall und aufwändiger Prüfung und Genehmigung. Dazu kommt: Sämtliche Experten, auch die von der Bundesregierung selbst beauftragten, sind sich einig: Mit 1.000 Metern Pauschalabstand ist an einen Ausbau der Windenergie nicht mehr zu denken. Schulze Langenhorst hält das für ein Unding: „Wer Klimaschutz und Energiewende will, der muss auch alles für den Erfolg tun und darf so ein wichtiges gesellschaftliches Projekt nicht ständig torpedieren.“

Noch hofft die Branche auf Einsicht und Erkenntnis bei den Verantwortlichen, dass die Chancen und Möglichkeiten mit der Windenergie groß sind. Dafür müssen aber Strukturen erhalten, Arbeitsplätze gesichert und der Ausbau forciert werden – verbunden mit einem zielführenden Akzeptanzpaket.

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