Die Abkehr von den Plänen für ein Pumpspeicherkraftwerk im Kreis Höxter kommt für den Regionalverband OWL des LEE NRW (Landesverband Erneuerbare Energie NRW) nicht überraschend. Ein solches 500-Millionen-Projekt wäre sicherlich ein Gewinn für den Kreis Höxter gewesen, hätte die Energiewende aber unnötig teuer gemacht, so Kerstin Haarmann – Geschäftsführender Vorstand im Regionalverband. Bei der Überkapazität an Kraftwerken in Deutschland seien Speicher derzeit unwirtschaftlich. „Wir produzieren in Deutschland so viel Strom, dass wir die Überschüsse in unsere Nachbarländer exportieren und dort die Strommärkte ins Ungleichgewicht bringen. Selbst vorhandene Speicher werden aufgrund des Überangebots an Strom momentan nicht genutzt“, so Haarmann. Beim Speichern von Energie würden Netzentgelte fällig, die das Verfahren zusätzlich unwirtschaftlich machten. Bislang habe die Bundespolitik es versäumt, diese für die Energiewende kontraproduktive Abgabe abzuschaffen. Zu einem deutlich späteren Zeitpunkt der Energiewende würden Speicherkraftwerke wieder erforderlich sein. Aus Sicht des OWL-Regionalverbandes Erneuerbare Energien sollte der Kreis Höxter bis dahin seine Chancen nutzen, um die Potentiale bei Photovoltaik und Windkraft verstärkt zu realisieren. Mit einem Anteil von 63 Prozent Erneuerbare Energien am Stromverbrauch stehe der Kreis Höxter theoretisch zwar landesweit gut da, allerdings sei aufgrund seiner ländlichen Struktur noch sehr viel mehr möglich, so Kerstin Haarmann.