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In Nordrhein-Westfalen scheitert die Energiewende in und auf Gebäuden häufig an überholten Regelungen zum Denkmalschutz. Wer eine fortschrittliche Solaranlage installieren möchte, wird zumeist von den Ämtern abgewiesen. Oft ohne triftigen Grund, da die Gebäude längst nicht mehr dem Originalzustand entsprechen. Der LEE NRW fordert von der Landesregierung, die Energiewende im Gebäudebereich aktiver voranzutreiben:

Dipl.-Ing. Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW: „NRW ist Energieland und ein Land der Denkmäler. Deswegen müssen wir Denkmalpflege und
Energiewende in Einklang bringen. Wir freuen uns über die Initiative der Fraktionen und des Wirtschaftsministers. Doch seit den ersten Ankündigungen von Minister Pinkwart vor fast einem Jahr, wartet die Branche darauf, dass die Landesregierung handelt. In anderen Bundesländern sind Klima- und Denkmalschutz schon gleichberechtigt: Statt Absichtserklärungen in Anträgen brauchen wir endlich zeitgemäße Regelungen, die Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden fördern, statt verhindern. Wir wünschen uns daher Tatkraft von der Landesregierung, damit die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit denkmalgeschützter Objekte gesichert und dem Klimaschutz eine Chance gegeben wird.“

Der Landtag NRW diskutiert heute einen Antrag der Regierungsfraktionen zur Denkmalpflege. CDU und FDP sprechen sich dafür aus, dass die Nutzung regenerativer Energien besser in Einklang mit dem Denkmalschutz gebracht werden soll. Der LEE NRW begrüßt den Antrag, kritisiert aber fehlende konkrete Maßnahmen und Verzögerungen in der Umsetzung. Der Verband schlägt eine Regelung nach hessischem Vorbild vor. Hier müssen die Denkmalschutzbehörden bei allen Entscheidungen die Belange des Klima- und Ressourcenschutzes besonders berücksichtigen.

Link-Empfehlung: WDR Lokalzeit Bergisches Land vom 4. Oktober 2018 „Solarpanele auf denkmalgeschützten Häusern“