Saubere Luft und weniger Lärm: Trotz ihrer Vorteile kommt die Elektromobilität erst langsam in Schwung. Für neuen Schub im Münsterland sorgen die Stadtwerke Münster und der Regionalverband Münsterland des LEE NRW. Sie luden Unternehmer aus der Region zum Infotag ein: Unter dem Motto „E-Mobilität in Unternehmen und Gewerbe – Energiegeladene Konzepte für den Mittelstand“ zeigten Experten aus Gewerbebetrieben und der E-Mobilitäts-Branche praktische Lösungen für den betrieblichen Alltag.

Till Ammann, Geschäftsführer Stadtteilauto | Hilmar Kahnt, Leiter Vertrieb & Energiewirtschaft Stadtwerke Münster | Stefan Grützmacher, Geschäftsführer Stadtwerke Münster | Jan Dobertin, Geschäftsführer LEE NRW | Thomas Voß, Vorsitzender LEE-Regionalverband Münsterland

Der Zeitpunkt für die Abkehr von Benzin und Diesel ist für Firmen günstig: Ab 2019 profitieren Unternehmen, die betrieblich auf elektrische Dienstwagen setzen, von Steuererleichterungen für ihre Flotten. Für elektrisch betriebene Firmenwagen wird nur noch der halbe Steuersatz veranschlagt wie für Dieselwagen oder Benziner, so hat es das Bundeskabinett im August beschlossen.

Die in Münster vorgestellten positiven Erfahrungsberichte sollen andere Betriebe anspornen, Elektromobilität voranzutreiben. „E-Mobilität liefert große Chancen für saubere Städte und klimafreundliche Fortbewegung, gerade für Unternehmen und Handwerksbetriebe. Deshalb begrüße ich auch ausdrücklich die aktuelle Erweiterung des NRW-Förderprogramms ‚Emissionsarme Mobilität‘ für Kommunen, Unternehmen und Verbraucher“, so Thomas Voß, Vorsitzender des LEE-Regionalverbands Münsterland.

Auch die Stadtwerke Münster als Gastgeber berichteten von ihren Erfahrungen: Das kommunale Unternehmen hat bereits seit acht Jahren E-Autos in ihrer Flotte, betreibt öffentliche Ladesäulen und steuert seit 2015 Elektrobusse im Stadtverkehr – betankt immer mit Ökostrom. Die damit gemachte Erfahrung der Stadtwerke: E-Mobilität ist nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich darstellbar.

Stefan Grützmacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, bekräftigt: „E-Mobilität wird sich durchsetzen: die Infrastruktur ist vorhanden, der politische Wille ebenso. Dabei wäre es auch energiewirtschaftlich unproblematisch, die avisierten eine Million E-Autos zu laden. Es ist genug Strom dafür vorhanden. Entscheidend sind marktreife Lösungen für intelligentes Lademanagement: Dieses begrenzt die Netzlast und gleichzeitig die Kosten für den Flottenbetreiber.“

Ökostrom Voraussetzung für Klimanutzen

„Für wirklich klimafreundliche E-Mobilität muss auch die Energiequelle stimmen. Nur in Verbindung mit Erneuerbaren Energien ist E-Mobilität eine saubere Alternative. Das Münsterland muss deshalb in Zukunft weiter auf den Ausbau von Wind-, Solar- und Bioenergie in der Region setzen“, stellt Thomas Voß klar.

Die direkte Kopplung von Photovoltaik auf dem Dach und E-Fahrzeugen an der Ladesäule erproben die Stadtwerke Münster ebenfalls bereits auf ihrem Betriebshof. So sind Busse, Lieferwagen und Pkw wirklich emissionsfrei unterwegs.

„Die E-Mobilität ermöglicht es Handwerkern, Handels- und Gewerbetreibenden, ihren Betrieb umweltfreundlich aufzustellen. Dabei stehen wir als starker Partner bereit, der Betrieb, Wartung und Abrechnung der Ladeinfrastruktur aus einer Hand anbietet“, erklärt Hilmar Kahnt, Leiter Vertrieb und Energiewirtschaft der Stadtwerke Münster. „Wir ermitteln zusammen mit den Gewerbetreibenden den individuellen Bedarf und entwickeln ein dazu passendes Modell mit geeigneter technischer Anbindung und intelligentem Lademanagement. Dieses setzen wir so um, dass die Unternehmer sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.“

Neben den Fachvorträgen bot der Infotag auch für Bürger die Chance, sich über aktuelle Fahrzeugmodelle zu informieren – Probefahrt inklusive: Auf dem Hafenplatz haben die größten Autohäuser Münsters E-Fahrzeuge vorgestellt.