Die Energiewende hält Einzug in den Alltag vieler Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Die Deutsche Post setzt auf elektrisch betriebene Zustellfahrzeuge, Gewerbebetriebe im ganzen Land nutzen intelligente Wärmeversorgung und zahlreiche Industrie- und Handelsunternehmen sparen mit Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie der Nutzung Erneuerbarer Energien bares Geld. Diese und weitere Best-Practice-Beispiele stehen im Fokus des heutigen 2. LEE-Unternehmertags des LEE NRW in Duisburg, der in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW stattfindet. Vertreter aus Wirtschaft und Industrie diskutieren im Eröffnungsteil über die Chancen und Herausforderungen der Energiewende für Unternehmen. Danach informieren sich die rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Duisburger Haus der Unternehmer in fünf Fachforen über bereits umgesetzte Projekte. Diese zeigen, welche konkreten Schritte für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende im Unternehmensalltag erforderlich sind.

„Immer mehr Unternehmen am Industriestandort Nordrhein-Westfalen erkennen die ökonomischen Vorteile einer umweltfreundlichen Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien. Der Einzug der regenerativen Zukunftsenergien in den Unternehmensalltag ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Gelingen der Energiewende insgesamt. Damit die Energiewende aber in der Unternehmenswelt weiter voranschreiten kann, dürfen nicht immer neue Hürden für die dezentrale Eigenversorgung aufgebaut werden. Im Gegenteil: Das Vertrauen der Unternehmer in die Energiewende muss gestärkt werden! Sonst wird der gerade erst gestartete Motor für die Energiewende in Unternehmen direkt wieder abgewürgt“, sagte Andreas Lahme, Vorsitzender des LEE NRW. So weise die geplante Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz in vielen Punkten – beispielsweise durch die Beibehaltung der 2014 eingeführten Eigenstromumlage für selbst erzeugten Grünstrom – in die falsche Richtung. Auch der geplante Ausschluss von Ausschreibungen und damit der Förderung von größeren EEG-Anlagen, die teilweise dem Eigenverbrauch dienen sollen, sei kontraproduktiv. Darüber hinaus drohten auch in anderen Gesetzeswerken neue Hindernisse. So führe die durch das Bundesfinanzministerium geplante Stromsteuer auf selbst verbrauchten Solarstrom die Energiewende ad absurdum und müsse gestoppt werden. Andernfalls würden langfristige Investitionsentscheidungen am Standort NRW und in ganz Deutschland verhindert.

Gerade für das stark industriell geprägte NRW ist die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in Industrie und Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Über ein Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto von Nordrhein-Westfalen. 40 Prozent des deutschen Industriestrombedarfs werden in NRW verbraucht. Möchte NRW das selbstgesteckte Klimaziel erreichen, bis zum Jahr 2025 mindestens 30 Prozent des Stroms mit Erneuerbaren Energien zu erzeugen, sind noch erhebliche Anstrengungen nötig. „Die Energiewende bietet Unternehmen große Chancen. Gleichzeitig birgt die unternehmerische Energiewende ein großes Potential für NRW. So kann gerade durch ein verstärktes eigenes Engagement der Unternehmen ein wichtiger Beitrag zum erfolgreichen Strukturwandel in NRW geleistet werden“, so Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW. Auch wenn die Energiewende eine strategische Neuausrichtung in sämtlichen Energiefragen erfordere, zeigten die Best-Practice-Beispiele auf dem LEE-Unternehmertag eindrucksvoll, was heute schon möglich sei und in Zukunft noch erreicht werden könne.

Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr in Düsseldorf führt der LEE NRW den zweiten Unternehmertag jetzt im Haus der Unternehmer in Duisburg durch. Der LEE-Unternehmertag richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Industrieunternehmen, mittelständischen Unternehmen und Gewerbebetrieben sowie Dienstleistern, die sich über die Möglichkeiten einer optimierten und zugleich umweltfreundlicheren Energieversorgung in Unternehmen und Betrieben informieren und austauschen wollen.