Im ersten Halbjahr 2019 wurden im Regierungsbezirk Detmold lediglich vier neue Windenergieanlagen gebaut – und zwar ausschließlich im Kreis Paderborn. Mit der derzeitigen Blockade des Windkraft-Ausbaues ist die Energiewende in Ostwestfalen-Lippe (OWL) zum Scheitern verurteilt. Darauf weist der Regionalverband OWL im LEE NRW hin.

In ganz Nordrhein-Westfalen wurden laut Bundesnetzagentur in diesem Jahr erst 14 Anlagen installiert – das ist ein Einbruch um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Besserung ist nicht in Sicht. „Der Landtag hat im Juli einen pauschalen Mindestabstand von 1500 Meter zur Wohnbebauung beschlossen. Sollte diese sachwidrige Festlegung juristisch Bestand haben, wäre ein Ausbau der Windkraft in NRW in Zukunft mangels geeigneter Flächen praktisch nicht mehr möglich“, stellt der OWL-Regionalvorsitzende des LEE Jürgen Wrona fest.

Flankiert wird die Windenergie-Verhinderungspolitik der Landesregierung ausgerechnet vom Naturschutzbund (NABU). Allein im Raum Bad Wünnenberg und Marsberg würde der NABU aktuell 30 bereits genehmigte Windkraftanlagen aus vermeintlichen Artenschutzgründen beklagen und deren Bau damit blockieren, weiß Sonya Harrison, Leiterin der Geschäftsstelle des OWL-Regionalverbandes im LEE NRW. Diese Anlagen könnten so viel sauberen Strom produzieren wie in fast 100.000 Durchschnittshaushalten verbraucht wird.

In vielen dieser Fälle handelt es sich laut Harrison um Repowering-Projekte, bei denen seit Jahren bestehende Alt-Anlagen durch Neu-Anlagen ersetzt werden sollen. Auch wenn es an diesen Standorten in der Vergangenheit kein Artenschutzproblem gegeben hat, klagt der NABU trotzdem, weil er eine Gefährdung einzelner Tiere vermutet. „Der NABU fährt eine Kampagne gegen die Windenergie und verwechselt häufig Tierschutz mit Artenschutz “, so Jürgen Wrona mit Hinweis auf den Artenschutzleitfaden des Landes NRW.