In Düsseldorf haben heute acht nordrhein-westfälische Landesverbände die Gebäudeallianz NRW für Klimaschutz gegründet. Der LEE NRW sieht darin eine begrüßenswerte Entwicklung: „Dem klimafreundlichen Um- und Neubau von Gebäuden kommt gerade im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen eine zentrale Bedeutung zu. In diesem Sinne begrüßen wir die heutige Gründung einer übergreifenden Initiative in diesem Bereich“, sagte Andreas Lahme, Vorsitzender des LEE NRW, in einer ersten Reaktion. Zugleich sei der LEE NRW gerne bereit, künftig an der Arbeit der Gebäudeallianz mitzuwirken und dabei verstärkt für den dringend notwendigen Einsatz Erneuerbarer Energien im Gebäudebereich zu werben. So hält der Verband intelligentere Anreize für erforderlich, um einen echten Kurswechsel im Wärme- und Kältemarkt weg von Kohle, Erdöl und Erdgas einzuleiten. Investitionen in den Gebäudeneubau oder die Modernisierung müssten finanziell gestützt werden, einerseits über staatliche Zuschüsse und Steuererleichterungen, andererseits über die Verteuerung der fossilen Energieträger und das sofortige Ende der staatlichen Förderung von Heizungen auf Basis fossiler Brennstoffe.

Zudem sei die Zusammenführung ordnungsrechtlicher Bestimmungen im Gebäudebereich notwendig. Bisher regeln mit dem Energieeinspargesetz, der Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz gleich drei Regelwerke die Wärmenutzung in Gebäuden. Dieses Geflecht muss aus Sicht des LEE NRW noch in dieser Legislaturperiode auf Bundesebene vereinfacht sowie die Erfüllung der energetischen Anforderungen flexibler gestaltet und damit kosteneffizienter und klimaneutral fortgeschrieben werden. Nur so ließe sich Transparenz und Akzeptanz für Bürgerinnen und Bürger herstellen und ein weiterer ambitionierter Schritt für mehr Klimaschutz realisieren.

Im Bereich der leitungsgebundenen Wärmeversorgung müssten die Chancen und Optionen einer grünen Nah- und Fernwärmeversorgung in den Ballungszentren Nordrhein-Westfalens stärker genutzt werden. Bei allen Vorteilen der netzgebundenen Wärmeversorgung müsse dabei klar sein, dass auch Nah- und Fernwärmenetze aus regenerativen Quellen gespeist werden müssen, um Klimaschutz und Dekarbonisierung im Wärmebereich zu unterstützen. Dementsprechend sei ein verstärkter Ausbau regenerativer Wärmeerzeuger auch in diesem Bereich dringend notwendig.

Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW: „Aktuelle Studien zeigen, dass die Energiewende und die Pariser Klimaschutzziele nur mit einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren und breitgefächerten Effizienzmaßnahmen zu schaffen sind. Eine erfolgreiche Energiewende braucht also auch eine ambitionierte Wärmewende. Vor allem im Gebäudebereich schlummert noch ein gewaltiges Potential für den Klimaschutz, das es gerade in der aktuellen Phase historischer Niedrigzinsen und somit günstiger Investitionsbedingungen zu aktivieren gilt!“

Als einen zentralen Teil der Wärmewende betont der LEE NRW auch die Notwendigkeit einer künftig verstärkten Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. So müsse bei den absehbar zunehmenden Einspeisespitzen aus Windenergie- oder Solaranlagen verstärkt Strom in den Wärmesektor samt Wärmespeichern fließen. Schon heute wäre dabei beispielsweise Heizstrom aus Windenergieanlagen nahezu konkurrenzfähig zur Wärmeerzeugung aus Erdöl- und Erdgas, ist dies allerdings aufgrund der unterschiedlichen Abgaben und Steuerlast nicht. So trage regenerativ erzeugter Strom, der zur Wärmeerzeugung genutzt werde, deutlich höhere Abgaben und Umlagen als direkt genutzte fossile Brennstoffe. Hier gelte es im Sinne einer engeren Sektorenkopplung ebenfalls zeitnah Anpassungen vorzunehmen.