Erneuerbare Energien werden zunehmend günstiger. Das bestätigt eine neue Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), nach der die Sonnenenergie im Jahr 2025 günstigste Energiequelle in Mittel- und Südeuropa sein wird.

„Insbesondere Strom aus Wind und Sonne ist teilweise schon heute günstiger als fossil oder atomar erzeugter Strom. Das zeigt, dass auch im Sinne des Klimaschutzes Wind- und Sonnenenergie zentrale Säulen eines sauberen, sicheren und eben auch bezahlbaren Versorgungssystems sein werden“, sagte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW.

Laut der ISE-Studie wird die Kilowattstunde Strom 2025 zwischen 4 und 6 Cent kosten. Bereits heute produzierten  größere Solarkraftwerke in Deutschland Strom für weniger als 9 Cent je Kilowattstunde, während es 2005 noch über 40 Cent waren. Die Kosten für Windstrom liegen je nach Standort zwischen 6 und 9 Cent. Zum Vergleich: Strom aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken kostet heute zwischen 5 und 10 Cent, Atomstrom – wie jüngst das Beispiel der 35-jährigen Förderzusicherung des britischen Atomkraftwerk Hinkley Point C zeigt – bis zu 11 Cent je Kilowattstunde zuzüglich Inflationsausgleich. Während beim heutigen Bau einer Windenergie- oder Solaranlage über die mindestens 20-jährige Betriebsdauer sicher mit den Erzeugungspreisen gerechnet werden kann, gibt es beim Betrieb von Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken immer die Gefahr künftig steigender Brennstoff- oder Betriebskosten.

Zudem bilden – anders als bei regenerativen Energien – die Preise für Atom- und Kohlestrom „versteckte Kosten“, wie Subventionen oder sonstige Beihilfen, nicht transparent über die Stromrechnung ab. „Die Debatte um die milliardenschweren Zuschüsse der britischen Regierung für das unrentable Kernkraftwerk Hinkley Point zeigt die irrsinnige Logik der Atomenergie: Eine Risikotechnologie, die über mehr als ein halbes Jahrhundert direkt und indirekt staatlich gefördert wurde, bekommt heute höhere Förderzusagen als Wind- oder Solarenergie. Dabei haben gerade Wind- und Sonnenenergie mit ihren enormen Innovationssprüngen in den letzten fünfzehn Jahren immer wieder ihre Zukunftsfähigkeit bewiesen“, so Dobertin.

Vor diesem Hintergrund begrüßte der LEE NRW die Stellungnahme des Bundesrats vom 6. März 2015, in der dieser jegliche EU-Förderungen von Investitionen in Atomkraft ablehnt. „Gerade durch die grenzüberschreitenden Gefahren der Atomenergie wäre es wichtig, dass auch bestimmte europäische Nachbarstaaten endlich die Vorteile der Erneuerbaren Energien erkennen statt einer kostenintensiven Risikotechnologie hinterherzulaufen“, so Dobertin.