Durch die Energiewende entstehen deutlich mehr neue Arbeitsplätze, als im Bereich der fossilen Energiewirtschaft verloren gehen. Das machte der LEE NRW angesichts der Debatte um die geplante „Klima-Abgabe“ des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel deutlich.

„Zum ehrlichen Umgang mit der Energiewende gehört, dass diese einen umfassenden Strukturwandel beschreibt. Während damit zwangsläufig Arbeitsplatzverluste im Bereich der fossilen Energiewirtschaft verbunden sind, wird auf der anderen Seite ein modernes klimafreundliches Energiesystem aufgebaut, mit dem deutlich mehr neue Arbeitsplätze entstehen“, sagte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW. Die Erneuerbare-Energien-Branche in NRW unterstütze daher die Vorschläge des Bundeswirtschaftsministeriums als richtungsweisenden Beitrag, um die Energieversorgung in Deutschland umzustellen und die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen.

Im Erneuerbare-Energien-Sektor sind je produzierter Kilowattstunde deutlich mehr Menschen beschäftigt als bei der Stromproduktion durch alte fossile Großkraftwerke. Wegen fehlender Brennstoffpreise können Erneuerbare höhere Personalkostenanteile aufweisen, ohne an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Diese stärkere Beschäftigungsintensität macht sich bereits heute bemerkbar: So waren nach Angaben von RWE bei einem Braunkohleanteil von gut 45 Prozent an der Bruttostromerzeugung in NRW im Frühjahr 2014 rund 35.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Braunkohle abhängig, die Zahl der unmittelbar im Rheinischen Revier Beschäftigten lag dabei bei etwa 11.000 Personen. Obwohl der Stromversorgungsanteil der regenerativen Energien in NRW erst bei 10 Prozent liegt, kamen die Erneuerbaren nach Angaben des Bundesumweltministeriums im Jahr 2013 mit rund 50.000 Beschäftigten in NRW bereits auf höhere Arbeitsplatzzahlen.

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 den Anteil der Erneuerbaren Energien in NRW auf 30 Prozent zu steigern. Die Erneuerbare-Energien-Branche fordert, die sich daraus ergebenden Potenziale für Beschäftigung und Wertschöpfung nun mit einer verantwortungsvollen Klimaschutz-, Energie- und Arbeitsmarktpolitik zu nutzen. „Vierzig- bis fünfzigjährige umweltschädliche Kohlekraftwerke passen nicht zur Energiewende und zu einem modernen Energiesystem. Statt einen Bestandsschutz für diese Kraftwerke auszusprechen, sollte die Politik den Umstellungsprozess verantwortungsvoll und aktiv gestalten und die Innovations-, und Arbeitsplatzchancen der Erneuerbaren Energien nutzen“, sagte Dobertin. Der Umbau des Energiesystems in NRW dürfe nicht verzögert oder verschlafen werden. „Sonst wird die künftige Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien schwerpunktmäßig in anderen Regionen Deutschlands stattfinden. Damit würden die Arbeitsplatzverluste im Energiebereich in NRW langfristig zementiert“, so Dobertin.