Der LEE NRW begrüßt die sinkende EEG-Umlage und fordert die Energieversorger dazu auf, die niedrigeren Preise an die Endkunden weiterzugeben.

„Es ist erfreulich, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr nun erstmals – wenn auch leicht – auf 6,17 Cent je Kilowattstunde sinkt. Dies ist allerdings nicht der jüngsten EEG-Reform zu verdanken, sondern vor allem der Entwicklung des EEG-Umlagekontos, das deutlich im Plus steht, weil die Ausgaben geringer als die Einnahmen waren“, so Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW anlässlich der heutigen Veröffentlichung der EEG-Umlage für das kommende Jahr 2015. Zugleich nimmt der LEE-Geschäftsführer die Bekanntgabe der EEG-Umlage zum Anlass, die Energieversorger zur Weitergabe der seit Jahren gesunkenen Einkaufspreise an der Strombörse aufzufordern. „Die Versorger müssen endlich ihre durch niedrigere Börsenstrompreise seit Jahren gefallenen Einkaufspreise an die Stromkunden weitergeben. Ein zusätzliches Signal ist dafür die leicht sinkende EEG-Umlage“, so Dobertin. Den Stromkunden rät er, Stromtarife zu vergleichen und, wenn nötig, den Energieversorger zu wechseln.

Trotz der leicht gesunkenen EEG-Umlage bleibt der LEE NRW bei seiner grundlegenden Kritik an dem Umlagesystem. „Wenn zunehmend mehr Erneuerbare Energien-Anlagen Strom einspeisen und dieser Strom an der Börse vermarktet wird, sinkt der Börsenstrompreis. Dies wirkt sich kostentreibend auf die Umlage aus, weil die Differenz zwischen der gezahlten Vergütung für den Grünstrom und dem Verkaufserlös an der Börse steigt. Ganz deutlich wird so, dass die EEG-Umlage kein angemessenes Preisschild für die Energiewende sein kann“, so Dobertin.

Der Verband fordert daher weiterhin eine grundlegende Überarbeitung des Umlagemechanismus und verweist in diesem Zusammenhang auf das System der „physischen Wälzung“. Dabei wird die insgesamt in Deutschland produzierte Strommenge aus Erneuerbaren Energien in kurzen Zeitabständen an die Stromanbieter gemäß ihres jeweiligen Marktanteils weitergegeben. „Mit einem solchen Konzept werden die aktuellen Missstände des derzeitigen Umlagemechanismus beseitig, der Wettbewerb um die beste Integration von regenerativem Strom angeregt und zugleich das Ziel einer Flexibilisierung der Nachfrageseite gestärkt“, so Dobertin.