Eine neue Ladesäule in Bad Sassendorf versorgt ab sofort Elektrofahrzeuge mit sauberem Strom aus Biogas und Photovoltaik. Auf dem Gelände des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft Haus Düsse der Landwirtschaftskammer NRW nahmen Dr. Arne Dahlhoff, Leiter von Haus Düsse, und Gerd-Uwe Funk, Referent des Netzwerks Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft der EnergieAgentur.NRW, die neue E-Ladesäule am 18. November 2015 in Betrieb. Die Ladesäule ist Teil der landesweiten Aktion „LEE macht E-mobil“ des LEE NRW, die die klimafreundliche Elektromobilität aus regenerativen Energien stärkt.

„Für eine erfolgreiche Energiewende ist auch eine klimafreundliche Umstellung des Verkehrssektors notwendig. Die Elektromobilität stellt eine zentrale Säule eines künftigen umweltfreundlichen Verkehrssystems dar, die allerdings nur dann trägt, wenn der Strom für die Fahrzeuge aus regenerativen Quellen stammt. Deshalb sollen durch die Aktion ‚LEE macht E-mobil‘ flächendeckend in ganz NRW neue Ladesäulen entstehen, die ihren Strom von einer Erneuerbare-Energien-Anlage beziehen“, sagte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW, bei der Einweihung der Ladesäule. Dabei könnten Elektroautos sowohl an Windrädern und Wasserkraftwerken als auch an Solar- oder Biogasanlagen „auftanken“. Zudem könnten sich auch Ladesäulen, die mit zertifiziertem Grünstrom aus dem Netz beliefert werden, der Aktion anschließen.

Die E-Mobilität in Deutschland befindet sich noch immer im Anfangsstadium. Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis zum Jahr 2020 rund eine Million E-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren sollen. Momentan sind es laut Kraftfahrt-Bundesamt deutschlandweit etwa 26.000 batterieelektrische Fahrzeuge sowie 107.000 Hybride. Ein Grund für die relativ geringe Nachfrage ist neben den verhältnismäßig hohen Kaufpreisen von E-Fahrzeugen die fehlende Lade-Infrastruktur und die damit verbundene „Reichweitenangst“ der Verbraucher. Bundesweit gibt es nur knapp 5.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte an 2.400 Standorten. Auch im Sinne der Akzeptanz ist daher der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur eine wichtige Aufgabe.

Die Biogasanlage in Haus Düsse produziert seit 2002 sauberen Strom aus der Vergärung von Gülle, Mist und nachwachsenden Rohstoffen. Die Wärme der Biogasanlage wird genutzt, um im Tagungsbereich und in den Ställen von Haus Düsse etwa 100.000 Kubikmeter Erdgas pro Jahr zu ersetzen. „Wir haben bei uns im Hause mehr als 40.000 Gäste pro Jahr und wollen unseren Tagungs- und Seminarteilnehmern die Gelegenheit geben, ihre E-Fahrzeuge mit umweltfreundlich erzeugtem Strom zu laden“, sagte Dr. Arne Dahlhoff.

Das Netzwerk „Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft“ der EnergieAgentur.NRW unterstützt Aktivitäten zur Kopplung der Elektromobilität an Erneuerbare Energien und deren Netzintegration. „Wir möchten, dass Nordrhein-Westfalen seine Stärken nutzt, um die Elektromobilität als Teil eines neuen Energie- und Strommarktdesigns zu etablieren. Der Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur ist dafür ein wichtiger Baustein. Es ist uns ein Anliegen, dass in Haus Düsse, wo auch eine Außenstelle der EnergieAgentur.NRW angesiedelt ist, ein Beitrag zum Ausbau der Ladeinfrastruktur geleistet wird“, so Gerd-Uwe Funk.

Im Rahmen der Aktion „LEE macht E-mobil“ werden in den kommenden Monaten in ganz Nordrhein-Westfalen neue E-Ladesäulen eingeweiht, die Strom von Erneuerbare-Energien-Anlagen oder Grünstrom aus dem Netz beziehen. Der Auftakt fand am 27. Oktober 2015 bei „Ihr Bäcker Schüren“ in Hilden statt. Die klimafreundlichen E-Ladesäulen werden anschließend in einer interaktiven App gebündelt.