Der LEE NRW fordert auf seinem Sommerempfang eine ganzheitliche Betrachtung der Energiewende. Die Energiewende dürfe nicht auf eine Stromwende reduziert werden.

„Aufgrund der Ausbauerfolge Erneuerbarer Energien im Stromsektor sowie der intensiv geführten Strompreisdebatte läuft die Energiewende Gefahr, auf eine alleinige ‚Stromwende‘ reduziert zu werden. Dabei macht die Stromversorgung aktuell gerade einmal ein Fünftel unseres Endenergieverbrauchs aus. Wenn man zugleich die stagnierend niedrigen Anteile Erneuerbarer Energien im Wärme- und Mobilitätsbereich zusammen mit den hohen Kostensteigerungen für Öl und Gas betrachtet, ist diese alleinige Fokussierung auf den Stromsektor fatal“, so Klaus Schulze Langenhorst, stellvertretender Vorsitzender des LEE NRW in seiner Einführungsrede vor gut 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der WGZ Bank in Düsseldorf.

Schulze Langenhorst forderte daher dazu auf, die Energiewende umfassender in Angriff zu nehmen und den Umbau der Energieversorgung in allen Bereichen verstärkt voranzutreiben. Nur so ließen sich die mit der Energiewende verbundenen Ziele einer zunehmenden Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten und des Klimaschutzes erreichen. Zugleich sei ein stärkeres Ineinandergreifen der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität eine wichtige Voraussetzung für mehr Flexibilität und Stabilität im künftigen Energiesystem. „Wenn der Umstieg auf wetterabhängige Erneuerbare Energien, wie Wind und Sonne, gelingen soll, müssen wir von der derzeitig verbrauchsorientierten Erzeugung zu einem stärker erzeugungsabhängigen Verbrauch kommen. Um dabei weiterhin eine verlässliche Versorgung zu sichern, gilt es verstärkt Lastmanagement und langfristig auch Speichermöglichkeiten zu nutzen. Gerade die Bereiche Wärme und Mobilität bieten hier vielfältige Optionen“, so Schulze Langenhorst.

Für die Umstellung des Energiesystems im bevölkerungsreichsten Bundesland sieht der stellvertretende Vorsitzende des LEE NRW weiterhin hohen Nachholbedarf: „NRW muss aufpassen, bei der Energiewende im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht weiter an Boden zu verlieren. Dabei haben wir als dicht besiedeltes Industrieland gerade auch im Wärme- und Mobilitätsbereich große Potenziale. Davon kann das Land neben den positiven Auswirkungen im Klima- und Umweltschutz auch ökonomisch profitieren.“ So seien schon heute in NRW gut 50.000 Menschen im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Im Jahr 2012 wurden am Standort NRW im regenerativen Anlagen- und Systembau gut 7,5 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Diese Zahlen und die damit verbundene Wertschöpfung vor Ort ließen sich mit einem verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien noch deutlich steigern. Schulze Langehorst: „Beim Wandel Nordrhein-Westfalens vom ‚Land der Kohle‘ zu einem grünen Industriestandort bestehen große Chancen, die es zu nutzen gilt. Die Branche sieht trotz immer wieder neuer Herausforderungen, wie dem jüngst reformierten EEG, ihre Verantwortung und wird weiter aktiv und engagiert an der Umsetzung der Energiewende in NRW arbeiten“.

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