NRW muss das Potenzial der Bioenergie künftig stärker nutzen. Das bestätigt eine neue Studie des Landesumweltamtes.

„Insgesamt liefert die Untersuchung eine umfassende Darstellung über die Lage beziehungsweise die Möglichkeiten der Biomasse in NRW. Dies ist so detailreich noch nicht durchgeführt worden und daher sehr zu begrüßen. Die Studie bescheinigt Nordrhein-Westfalen ein fast dreimal so großes Potenzial der energetischen Biomassenutzung aus nachwachsenden Rohstoffen wie bisher und dies unter umfassenden Naturschutzauflagen“, so Hendrik Keitlinghaus, stellvertretender Vorsitzender des LEE NRW. Kritisch sieht der Verband allerdings, dass die dargelegten Möglichkeiten der Anbaubiomasse nach dem neuen EEG 2014 derzeit nicht erreicht werden können. „Mit rund 13 Cent je Kilowattstunde wird in NRW keiner mehr eine Biogasanlage bauen, die mit nachwachsenden Rohstoffen befüttert wird“, so Keitlinghaus.

Der Verbandsvertreter weist zudem darauf hin, dass selbst in dem Szenario „Natur“, in dem die Autoren der Studie strengere Umweltschutzauflagen vorsehen als bisherige gesetzliche Regelungen, erhebliches Potenzial im Strombereich, aber auch bei der Wärmenutzung gesehen wird. „Im Strombereich liegt das mögliche Volumen bei 4,6 Terrawattstunden im Jahr, im Wärmebereich sogar bei 12. Mit Blick auf die aktuelle Energieproduktion aus Biomasse in NRW zeigt sich, dass bei der Nutzung von Wärme eine Steigerung um den Faktor sieben und selbst im Strombereich eine Steigerung um den Faktor drei möglich ist“, so Keitlinghaus. Dabei entfalle mit rund 69 Prozent der größte Teil im Bereich der Stromnutzung auf die landwirtschaftliche Anbaubiomasse. Im Wärmebereich stamme der größte Teil – bei der vollen Ausnutzung im Szenario „Natur“ – mit knapp 56 Prozent aus der Nutzung von Erntenebenprodukten. „Die Ergebnisse der Studie untermauern die Wichtigkeit der Biomasse für die Energiewende. Dies ist sehr zu begrüßen, gerade wenn man bedenkt, dass in Berlin Planungen vorherrschen, die die Energiewende ganz ohne Bioenergie als machbar sehen“, so Keitlinghaus.