Die NRW-Landesregierung plant die Einführung von 1.000-Meter-Abständen zu Windenergieanlagen. Die Abstände sollen bereits zu einer Ansammlung von nur 10 Häusern gelten, auch wenn diese nicht allein als Wohnort dienen. Damit nutzt die Landesregierung ihren Spielraum so restriktiv wie möglich aus. Sowohl der Austausch von Altanlagen als auch der Zubau neuer Anlagen wird durch diese Regelungen blockiert.

Mit restriktiven Abstandsvorgaben für Windenergieanlagen droht die NRW-Landesregierung die Energiewende zu bremsen. Mindestabstände von 1.000 Metern sollen nach Beschluss der NRW-Landesregierung bereits zu kleinsten Ansammlungen von gerade mal 10 Häusern sowie zu Mischgebieten, in denen störende Gewerbebetriebe hingegen zugelassen sind, eingehalten werden müssen. Die strenge Regelung trifft nicht nur neue Anlagen, sondern auch solche Windenergieanlagen hart, die bald aus Altersgründen erneuert werden müssten. Obwohl mehr Windenergie gebraucht wird, droht der Ausbau zu stocken.

Durch den Beschluss der NRW-Landesregierung, die Regelung bereits auf Kleinstsiedlungen sowie Mischgebiete anzuwenden, nutzt sie ihren Spielraum gegen die Windenergie voll aus. Dass solche Maßnahmen nichts mit Akzeptanz zu tun haben, hat eine erst im Sommer durchgeführte repräsentative Befragung im Auftrag des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) belegt. Die meisten Menschen in NRW sagen darin, dass vergünstigte Strompreise für Anwohner von Windenergieanlagen ihre Einstellung zur Windenergie am ehesten positiv beeinflussen würden.

„Um Akzeptanz für die Energiewende zu sichern, gibt es zahlreiche Maßnahmen, die positiv für die Windenergie werben würden. Die Windbranche leistet etwa mit der gerade begonnenen Umsetzung der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung einen wichtigen Beitrag, um das nächtliche Blinken zu reduzieren. Und jetzt, kurz vor Weihnachten, kommt dieser Tritt vors Schienbein. Die Landesregierung folgt hier den Windkraftgegnern und opfert dafür das Zugpferd der Energiewende“ betont Christian Mildenberger, Geschäftsführer des LEE NRW.

Für Reiner Priggen (Dipl.-Ing.), Vorsitzender des LEE NRW, ist das Vorgehen der Landesregierung ebenfalls unverständlich: „Das ist eine energiepolitische Geisterfahrt dieser Landesregierung. In den kommenden zwei Jahren werden 5.600 Megawatt Kohle-Kraftwerkleistung stillgelegt. Die Wertschöpfung daraus entfällt und sollte durch Erneuerbare Energien ersetzt werden. Aber die Landesregierung will gleichzeitig noch Flächenpotenziale für die Windenergie blockieren und kommt auch bei der Solarenergie nicht voran. Eine Lose-lose-Situation für alle.“

Ansprechpartnerin

Nina Herff

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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