Jeder zweite Wohn-Neubau in NRW wurde 2020 mit einer klimafreundlichen Wärmepumpe geplant. Im Gebäudebestand dominieren jedoch weiterhin Öl und Erdgas die Heizungskeller. Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Wärmebereich deutlich schneller auf Erneuerbare Energien umgestellt werden. Reiner Priggen: „Wer sich und der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte zu Weihnachten eine Wärmepumpe verschenken.“

Wärmepumpen sind die beliebteste Heizungsart für Neubauten in NRW: Jeder zweite Wohn-Neubau (54 Prozent), der in den ersten drei Quartalen dieses Jahres genehmigt wurde, wird mit klimafreundlicher Geothermie oder Umweltwärme als Heizsystem geplant. Jeder dritte Bauherr setzt jedoch weiterhin auf Erdgas als fossilen Brennstoff, zeigen offizielle Daten des Landes.

Im Gebäudebestand sind in übergroßer Mehrheit fossile Heizsysteme im Einsatz. Drei von vier Heizungen in NRW werden mit den fossilen Brennstoffen Öl oder Erdgas betrieben. Trotz zahlreicher Möglichkeit werden Erneuerbare Energien im Heizungsbau noch zu selten eingesetzt, mahnt der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). Der Austausch alter Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen muss höchste Priorität haben, um die CO2-Emissionen im Wärmebereich zu senken.

Bisher sind in NRW insgesamt rund 200.000 Wärmepumpen installiert. Bei rund vier Millionen Wohngebäuden entspricht das jedoch gerade mal einer Verbreitung von fünf Prozent. Dabei würde allein das nordrhein-westfälische Erdwärmepotenzial ausreichen, um die Hälfte der Wärmeversorgung in NRW durch Erneuerbare Energien zu decken.

Als einen Grund für den relativ geringen Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmebereich sieht Reiner Priggen (Dipl.-Ing.), Vorsitzender des LEE NRW, die unzureichende Informationslage bei Hauseigentümern und fordert vom Handwerk bessere Aufklärung über die klimaschützenden Heizsysteme: „Es gibt für jedes Haus die passende erneuerbare Wärmequelle, vom Neu- bis zum Altbau. Von Wärmepumpen über Solarthermie und Holzpellets bis hin zu Nahwärme aus Biogas: Die technischen Lösungen sind da. Man muss nur wissen, dass es sie gibt und welche sich im eigenen Zuhause am besten eignet. Die Fördermittel für die Umstellung fossiler Heizungssysteme auf emissionsfreie Heizungen waren noch nie so hoch wie heute. Wer sich und der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte zu Weihnachten eine Wärmepumpe verschenken.“

Unzureichende Aufklärung sowohl auf Seiten des Handwerks als auch der Verbraucher sieht auch LEE-Vorstandsmitglied und Wärmeexperte Holger Thamm als großes Manko im Heizungsbau: „Die verbreitete Idee, jetzt den Gaskessel einzubauen, um ihn in ein paar Jahren dann mit grünem Wasserstoff zu betreiben, geht nicht auf. Hier herrscht Aufklärungsbedarf sowohl bei den Fachbetrieben als auch beim Kunden. Alle seriösen Studien zeigen: Der Einsatz von Wasserstoff im privaten Heizungskeller ist unrealistisch und würde sich niemals rechnen. Jeder Verbraucher sollte sich darüber im Klaren sein, dass er mit seinem neuen Gaskessel die nächsten 15 bis 20 Jahre fossil heizen wird – inklusive aller Kosten für sich und die Umwelt. Um die Klimaziele im Gebäudebereich bis 2030 zu erreichen, ist die Wärmepumpe also die Technologie der Wahl.“

Die CO2-Einsparpotenziale sind im Gebäudebereich besonders groß: Im Vergleich mit fossilen Heizsystemen fallen für den Betrieb einer Wärmepumpe bis zu drei Viertel weniger Emissionen an. Rund 2,7 Tonnen CO2 lassen sich so in einem Einfamilienhaus einsparen. Wird die Wärmepumpe vollständig durch Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben, sinken diese Emissionen auf null.

Ansprechpartnerin

Nina Herff

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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