Die Energiewende soll so schnell wie möglich vollständig umgesetzt werden: Fast 90 Prozent der Menschen in NRW sehen das so. Mehr als die Hälfte der Befragten hält vergünstigten Anwohnerstrom und die Förderung lokaler sozialer Einrichtungen und Vereine für akzeptanzförderlich.

Fast 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen (87 %) sprechen sich dafür aus, die Energiewende so schnell wie möglich und vollständig umzusetzen. Das geht aus einer neuen repräsentativen Umfrage im Auftrag des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) hervor.

Christian Mildenberger, Geschäftsführer des LEE NRW: „Die übergroße Mehrheit der Menschen in NRW will schneller mehr Erneuerbare Energien. Egal ob im Kreis Paderborn, im Regierungsbezirk Arnsberg oder im ganzen Land. Das zeigen die Ergebnisse unserer Umfrage deutlich. Das gibt all jenen Rückenwind, die die Energiewende wirklich voranbringen wollen und ist ein klarer Auftrag an die Politik, die Erneuerbaren auszubauen. Wer stattdessen die Bürger vorschiebt, um die Windenergie einzuschränken, ist auf dem Holzweg.“

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Grund dafür ist unter anderem, dass noch immer um Abstandsregelungen für Windenergieanlagen gestritten wird. Die Landesregierung argumentiert, dass pauschale Mindestabstände die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger sichern sollen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen jedoch, dass mehr Akzeptanz nicht allein über Abstände erreicht wird. Für über die Hälfte der Befragten (52 %) ist günstiger Anwohnerstrom das wirksamste Mittel. Auch wenn ein Teil der Einnahmen sozialen Einrichtungen und Vereinen vor Ort zugutekommt, würde das die Einstellung hinsichtlich Windenergie positiv beeinflussen.

Der hohe Zustimmungsgrad erstreckt sich über alle Altersgruppen und Regionen des Landes. Besonders hoch ist der Anteil bei den 16 bis 24-Jährigen: 92 Prozent sind in dieser Altersgruppe dafür, die Energiewende schnellstmöglich umzusetzen. Auch Bürgerinnen und Bürger, die bereits in der Nähe einer Windenergieanlage leben, befürworten mit übergroßer Mehrheit (84 %) einen zügigen Umstieg und einen weiteren Ausbau der Windenergie.

Mit Blick auf Wasserstoff zeigen die Umfrageergebnisse, dass den Befragten regionale Wertschöpfung, lokale Arbeitsplätze und eine größere Unabhängigkeit von Energieimporten zentrale Anliegen sind. 83 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, grünen Wasserstoff vorrangig in Deutschland zu produzieren, selbst wenn dafür ein stärkerer Zubau von Wind- und Solarenergie notwendig wird als bislang angenommen.

Erst kürzlich hat sich auch Ministerpräsident Armin Laschet bei einem Besuch einer Wasserstoff-Pilotanlage in Schleswig-Holstein über die Möglichkeiten zur Wasserstoffproduktion aus Erneuerbaren Energien informiert. Gerade für Nordrhein-Westfalen, mit seiner energieintensiven Industrie, böte sich durch die Produktion von Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien die Möglichkeit, Wertschöpfung und Klimaschutz im Land stärker miteinander zu verbinden.

Im Auftrag des LEE NRW hat das Umfrageinstitut election.de zwischen dem 5. und 25. August 2020 1.000 zufällig ausgewählte Walberechtigte ab 16 Jahren in Nordrhein-Westfalen per Telefoninterview zur Energiewende befragt.

Ansprechpartner

Mario Burda

Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

+49 211 93676064
mario.burda@lee-nrw.de

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PM-Neue Umfrage-Menschen in NRW wollen schnell mehr Erneuerbare Energien

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