Mehr als 40 Kommunen in NRW haben bereits den Klimanotstand ausgerufen. Sie haben es in der Hand, die Erneuerbaren Energien für sich zu nutzen und als Treiber der Energiewende voranzugehen. Der LEE NRW ruft angesichts der Kommunalwahl zu verstärktem Engagement für die Energiewende auf.

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) ruft zur Teilnahme an der Kommunalwahl auf und weist darauf hin, dass sich hier auch entscheidet, wer in den kommenden fünf Jahren maßgeblich Energiewende und Klimaschutz in NRW vorantreiben muss. Denn auf kommunaler Ebene werden viele Entscheidungen zu Erneuerbare-Energien-Projekten getroffen: von der Solaranlage auf dem Dach der Grundschule über die Wärmpumpe des Rathauses, der Wärmeversorgung des Freibades mit der Biogasanlage vom Bauern bis zum Windpark auf dem nächstgelegenen Feld.

Reiner Priggen (Dipl.-Ing.), selbst ehemaliger Kommunalpolitiker im Kreistag Lippe und heute Vorsitzender des LEE NRW nimmt die Kommunen in die Verantwortung: „Der Klimawandel ist schon längst dabei unsere wirtschaftlichen Grundlagen zu zerstören. Und wenn wir uns nicht schleunigst darum kümmern, werden unsere Enkelkinder keine Wälder, so wie wir sie kennen, mehr sehen. Deswegen haben schon mehr als 40 Kommunen in NRW den Klimanotstand ausgerufen. Wir können nicht weiterhin zuschauen und uns irgendwann wundern, wie es so weit kommen konnte. Darum setzen wir uns seit 20 Jahren für die Erneuerbaren ein und darum engagiere ich mich auch in den Klimaräten der Städte Düsseldorf und Köln. Wir müssen alle zusammen anpacken und dabei stehen unsere Kommunen an erster Stelle. Denn Ernteausfälle aufgrund von Dürre oder kaputte Wälder durch den vom Klimawandel begünstigten Borkenkäfer haben wir vom Münsterland bis in den Hochsauerlandkreis, von Ostwestfalen bis nach Aachen.“

Das wirksamste Mittel, um schädliche Emissionen einzusparen sind die Erneuerbaren Energien. Im vergangenen Jahr ist ihr Anteil am Stromverbrauch in Nordrhein-Westfalen aber nur um 0,5 Prozent gestiegen und liegt jetzt bei 16,2 Prozent. Bislang werden nur knapp drei Prozent der Solarpotenziale genutzt. Viel zu wenig, sagt Priggen: „Unser Anspruch muss sein, dass jedes Haus, bei dem es Sinn macht, eine Solaranlage hat. Dann kann es was werden mit der Energiewende. Und auch bei der Windenergie, der Biomasse und besonders bei der Geothermie müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen.“

Christian Mildenberger, Geschäftsführer des LEE NRW und ebenfalls erfahren in der Kommunalpolitik, kennt die Chancen der Energiewende für Kommunen: „In den Kommunen vollzieht sich das, was anderswo diskutiert wird. In meiner Heimatgemeinde haben wir beispielsweise unser Stromnetz rekommunalisiert. Die Gemeinde profitiert davon finanziell und hat Entscheidungshoheit zurückgewonnen. Das stärkt die Teilhabe der Menschen an der Energiewende. Deswegen ist es an den Parlamenten in den Kommunen, den Landräten und den Bürgermeisterinnen, den Klimawandel ernst zu nehmen und die Energiewende entschlossen voranzutreiben. Das alles ist eine Kraftanstrengung, aber sie ist machbar. Und sie lohnt sich heute schon. Millionen von Tonnen eingesparter Treibhausgas-Emissionen, Milliarden an neuer Wertschöpfung vor Ort, Zehntausende von neuen Arbeitsplätzen: Das und noch viel mehr haben wir von den Erneuerbaren. Jede und jeder am Sonntag Gewählte ist aufgefordert, die Energiewende entschlossen voranzutreiben. Die Chancen sind riesig, ergreifen wir Sie.“

Ansprechpartner

Mario Burda

Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

+49 211 93676064
mario.burda@lee-nrw.de

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