Während in Hamburg eine der europaweit größten Anlagen zur Produktion von klimafreundlichem Grünen Wasserstoff geplant wird, setzt NRW auf den Import des Energieträgers. Die Wertschöpfung aus heimischen Erneuerbaren Energien aufzugeben ist fahrlässig, zumal NRW damit den Anschluss an eine grüne Wasserstoffwirtschaft verpasst.

Die NRW-Landesregierung unterstützt die Ansiedelung eines Technologie- und Innovationszentrums für Wasserstofftechnologien in Duisburg. Doch bei der tatsächlichen Produktion von Wasserstoff setzt sie stattdessen fast vollständig auf Importe aus dem Ausland. Auch der Klimaaspekt bleibt in der schwarz-gelben Wasserstoff-Strategie auf der Strecke: Erneuerbare-Energien-Potenziale für die heimische Produktion von Grünem Wasserstoff werden in NRW völlig außer Acht gelassen. Währenddessen plant in Hamburg ein Konsortium aus internationalen und kommunalen Unternehmen einen 100 Megawatt Elektrolyseur zur Herstellung von Grünem Wasserstoff aus regionaler Wind- und Solarenergie, der damit zu den größten in Europa gehören würde.

Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), sieht die Positionierung der NRW-Landesregierung daher kritisch: „Grüner Wasserstoff wird mehr und mehr zum Standortfaktor. Nur dort, wo Grüner Wasserstoff für die Industrie zur Verfügung steht, wird auch investiert werden. NRW war einmal Energie- und Industrieland Nr. 1 und gibt das fahrlässig auf. Die Strategie der NRW-Landesregierung bedeutet faktisch eine Verlagerung der Wertschöpfung von NRW hin zur Küste. Dabei hätten wir unter den richtigen Rahmenbedingungen auch hier bei uns mehr als genug Potenzial, um sowohl Erneuerbare Energie als auch Grünen Wasserstoff im großen Maßstab zu produzieren.“

Im Auftrag des LEE NRW haben das Wuppertal Institut und DIW Econ vergangenes Jahr die Wertschöpfung aus der Wasserstoffherstellung in Deutschland im Vergleich zu Importen aus Marokko und Norwegen untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass eine heimische Produktion von Grünem Wasserstoff Wertschöpfungseffekte von mehreren Milliarden Euro und tausenden Arbeitsplätze schaffen könnte.
Die Wasserstoff-Roadmap der NRW-Landesregierung sieht hingegen eine hohe Importquote vor, womit zahlreiche Wertschöpfungseffekte unwiederbringlich verloren gehen würden.

Zur Studie von Wuppertal Institut & DIW Econ

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Nina Herff

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PM: Wasserstoffwirtschaft ohne Erneuerbare Energien nicht zukunftsfähig

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