NRW profitiert in wachsendem Maße von der dynamischen Entwicklung der Windenergie an Land. Das zeigt eine Studie der DIW Econ, nach der die Windenergie in NRW eine Bruttowertschöpfung von 937 Millionen ausgelöst hat.

„Immer mehr wird NRW zum Standort einer hochinnovativen und exportstarken Zulieferindustrie. Davon profitiert die öffentliche Hand bereits heute mit 307 Millionen Euro aus Steuern und Sozialversicherungsabgaben. Wenn die Landesregierung diese Entwicklung weiter flankiert, lassen sich aus der Energiewende erhebliche Vorteile ziehen“, so Klaus Schulze Langenhorst, Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Bundesverbandes WindEnergie (BWE NRW).

In Nordrhein-Westfalen produzieren derzeit rund 3.000 Windenergieanlagen preiswerten und sauberen Strom für fast 1,4 Millionen Dreipersonenhaushalte. Der hiesige Windenergieausbau hat vor dem Hintergrund der Ausbauziele der Landesregierung weiterhin ein großes Potenzial und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur landesweiten Wertschöpfung. DIW Econ hat im Auftrag des BWE NRW nun erstmals beziffert, wie hoch dieser Beitrag zur Wertschöpfung ist.

„Bisher findet sich die Wirtschaftsleistung der Windenergiebranche statistisch in verschiedenen Bereichen wieder, beginnend beim Maschinenbau über die Elektrotechnik bis hin zu unterschiedlichen Zuliefererbranchen. DIW Econ hat mit der nun vorliegenden Studie gesonderte Ergebnisse für die Windbranche als Ganzes ausgewiesen. Ausgangspunkt der Untersuchung waren dabei die Investitionen in neue Windenergieanlagen an Land und die wirtschaftlichen Effekte, die durch den Betrieb bestehender Windenergieanlagen entstehen. Im Ergebnis steht die Branche in Nordrhein-Westfalen für einen Gesamteffekt auf die Wirtschaftsleistung in Höhe von jährlich etwa einer Milliarde Euro und – direkt und indirekt – knapp 10.000 Arbeitsplätze. Rechnet man die Konsumeffekte der Einkommen, die in der Branche verdient werden, hinzu, ergibt sich sogar ein Effekt von fast 14.000 Erwerbstätigen“, so Dr. Anselm Mattes von DIW Econ.

„Die Resultate der Untersuchung zeigen, dass NRW ein Zehntel zur deutschlandweiten Wertschöpfung der Windenergie beiträgt – und dies trotz eines bisher eher geringen Ausbaus dieser Technologie im eigenen Land und obwohl kein Hersteller von Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen zu Hause ist. Wir verfügen in NRW aber über eine hochinnovative Zulieferindustrie, die ihre Produkte in Deutschland und weltweit verkauft. In NRW wird so eindrücklich gezeigt, wie eine Industrie der konventionellen Energieerzeugung, vornehmlich aus Kohle, den Schwenk zu einer starken Zulieferbranche für die Erneuerbaren Energien geschafft hat. Das ist Energiewende par excellence! So hat sich die Branche in NRW sowohl deutschlandweit, wie auch international eine starke Stellung erobert und trägt mit zukunftsorientierten Unternehmen zum preiswerten und sauberen Umbau der Energieversorgung bei“, so Klaus Schulze Langenhorst.

Die wirtschaftlichen Potenziale der Windenergie in NRW seien dabei noch nicht ausgereizt. „Derzeit trägt die Windenergie rund drei Prozent zur Bruttostromerzeugung in Nordrhein-Westfalen bei. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil auf 15 Prozent zu erhöhen. Dies wird die Wirtschaftsleistung nach überschlägigen Schätzungen verdreifachen und noch einmal deutlich voran bringen. Aber um die Ziele der Landesregierung erreichen zu können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. So müssen unter anderem der Windenergieerlass und der Landesentwicklungsplan mithelfen, einen stabilen Ausbau der Windenergie in NRW abzusichern“, so Klaus Schulze Langenhorst.