Der Betrieb von Windenergieanlagen ist entgegen den Behauptungen des Interessenverbandes VdTÜV sicher. Der LEE NRW verweist auf die große Zuverlässigkeit der Anlagen und hohe Sicherheitsstandards sowie regelmäßig durchgeführte, gesetzlich vorgegebene Prüfungen durch unabhängige Sachverständige.

Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW: „Die unseriösen Vorwürfe des VdTÜV entbehren jeder Grundlage. Es gibt keine Veranlassung, an den etablierten Standards, Prüfungen und Auflagen etwas zu ändern. Windräder werden regelmäßig durch die Hersteller und hoch spezialisierte Sachverständige auf Herz und Nieren geprüft. Das erkennt auch die Bundesregierung so an. Natürlich kann 100-prozentige Sicherheit nie garantiert werden. Windräder sind aber erfahrungsgemäß sehr sicher. Angesichts von gut 30.000 Anlagen in Deutschland und nur rund einem Dutzend Schadensfällen pro Jahr, bei denen es lediglich um Sachschäden ging, kann nicht von einem Problem oder gar einer Gefahr gesprochen werden.“

Für Windenergieanlagen gibt es in Deutschland umfangreiche Sicherheitskriterien und verpflichtende, regelmäßige Prüfungen. Diese werden durch hoch spezialisierte und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sowie Inspektionsstellen durchgeführt. Windenergieanlagen weisen eine technische Verfügbarkeit von 98 Prozent auf. Äußerst selten treten Sachschäden auf, etwa bei Blitzeinschlag. Personenschäden gab es bislang keine.

Christian Schlösser, Geschäftsführer der Enser Versicherungskontor GmbH, einem Versicherungsmakler für  Windenergieanlagen, kann daher die Aufregung nicht nachvollziehen. Für ihn ist das Vorgehen des VdTÜV Panikmache: „Windenergieanlagen sind sicher. Wir führen eine Schadens-Statistik für 4.500 Anlagen und haben in den vergangenen Jahren gerade mal 20 Haftpflichtschäden gemeldet bekommen. Meist kleinere Sachschäden, Personenschäden in keinem Fall. Die Angriffe des TÜV sind also reine Panikmache.“

Auch langjährige Experten der Branche reagieren mit Unverständnis auf das Vorgehen des Verbandes: „Offenbar wittert der VdTÜV hier ein großes Geschäft und will sich als alleinige Prüfgesellschaft empfehlen. Dabei genügt ein Blick auf die Liste technischer Versagen und Unfälle, bei denen der TÜV als Prüfstelle involviert war“, sagte Johannes Lackmann, Geschäftsführer der WestfalenWind GmbH aus Paderborn. Klaus Schulze Langenhorst, stellvertretender Vorsitzender des LEE NRW und erfahrener Windprojektierer, sieht das ähnlich und kritisiert: „Der VdTÜV will sich mit markigen Sprüchen ins Spiel bringen und lukrative Prüfaufträge an Land ziehen. Stattdessen sollte sich der TÜV lieber auf seine laufenden Prozesse gegen ihn konzentrieren.“

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